streets " moments of night"

DIE IDEE

Straßen zerschneiden Landschaften, zersiedeln den Raum, schaffen Verbindungen zwischen Ländern, Städten und Menschen, sind Zugang zu Arbeit, Bildung und Kunst.

Schon im Altertum folgte die Zivilisation den Wegsamkeiten von Flüssen und Tälern. Viele Straßen wurden zu militärischen Zwecken errichtet, bevor sie zu Handels- und Reiserouten wurden.

Immer waren Straßen auch die Statussymbole einer Region. Kerzengerade, breite Prachtstraßen wurden als Schneisen in das Stadtbild gerissen, um als Ort für Paraden und Feierlichkeiten zu dienen. Und auch heute noch erkennt man am Zustand der Straßen den Finanzstatus der Region.

Wie ein Aderwerk durchziehen Straßen das Ruhrgebiet. Wie in jeder Metropolregion ist der Wirrwarr aus Autobahnen, Schnell- und Stadtstraßen gefürchtet. Auch das Verhältnis der Städter zu ihren Straßen ist ambivalent. Sie können schnelle und bequeme Verbindungen zu allen Zielen sein, sind aber zu oft nur der direkte Weg in den Stau. So werden sie zur Ursache von Stress, Lärm, Dreck und Umweltzerstörung.

Die Bildidee der menschenleeren Straße wird nachts umgesetzt. Wenn nachts der Verkehr verschwindet und Ruhe einkehrt, ist die Stimmung auf den Asphaltbändern fast schon gespenstisch. Zwischen Nachtschwärmern und Frühaufstehern finden sich kleine Zeitfenster für die Arbeit. So werden die Fotografien zu Momentaufnahmen der Stille. Ein bewusst gewähltes Absurdum einer hektischen Welt.


DIE AUSSTELLUNG

Für die Ausstellung wurde das Format Polaroid als Synonym der Momentaufnahme gewählt.

Das Polaroid bannt schnell und unkompliziert den Moment auf Papier. Nach nur wenigen Minuten erscheint das Bild in der Hand des Betrachters. Das Format war schon immer ein Augenzwinkern, eine Bildprobe, ein Schnappschuss.

Im Original ein Taschenformat 10 cm klein, bei AUFNACHTSCHICHT ein Riese 100 cm groß.

Das Kleinformat reizte die Fotografen Daniela Szczepanski und Frank Hohmann noch nie. Zu viel ist zu entdecken auf ihren Bildern, die durch ihre Größe zu leben beginnen.

Flair und Stimmung erhielten die Polaroids auch durch die ungewohnten Farbveränderungen, die durch den Alterungsprozess der chemischen Emulsionen entstanden. Hohmann und Szczepanski greifen diese Eigenschaft auf. Farbdynamik und Kontraste verleihen ihren Arbeiten die gewohnte Surrealität.

Hier geht es zur Galerie "Streets"

 

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